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Literatur-Dokumentation Krankenhauswesen / HECLINET: Dienstleistungen eingestellt
Pressemitteilung vom 21. März 2001
Am 1.3.2001 musste die Dokumentation Krankenhauswesen der Technischen Universität Berlin am Institut für Gesundheitswissenschaften einen Großteil ihrer Dienstleistungen einstellen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat seine Förderung ersatzlos beendet, die TU Berlin als Träger sah sich nicht in der Lage, den entfallenen Bundesanteil nun auch noch zu übernehmen, nachdem das Land Berlin über Jahrzehnte als einziges Bundesland diese bundesweite Aufgabe mitfinanziert hat.
Offiziell ist damit die 32-jährige Arbeit der Literaturdokumentation Krankenhauswesen beendet. Das bedeutet, dass alle wesentlichen Dienstleistungen (Beratung, Recherchen, Kopierservice, Informationsvermittlung) entfallen, es also keine täglich geöffnete und über Telefon, Fax, E-Mail erreichbare zentrale deutsche Auskunftsstelle für das Fachgebiet Krankenhauswesen - Pflege - Gesundheitswesen mehr gibt. Eingestellt bzw. nicht mehr aktualisiert werden:
- Online-Datenbank HECLINET bei DIMDI (wird im Jahr 2001 noch aktualisiert,
ab 2002 nur noch Archivdatenbank)
- Informationsdienst Krankenhauswesen, zweimonatlich publiziert seit 1969;
damit gibt es keine laufend gedruckte Bibliographie der deutschsprachigen
Publikationen zum Fachgebiet mehr.
- HECLINET-Abkürzungsdatenbank: kostenfreies Internetangebot mit über
5.300 Abkürzungen zum Fachgebiet aus dem In- und Ausland.
- HECLINET-Definitionendatenbank: kostenfreies Internetangebot mit über
1.250 Einträgen zum Fachgebiet aus dem In- und Ausland
- HECLINET-LinkPool: kostenfreier und kommentierter Wegweiser durch den
"Internetdschungel" mit über 1.000 WWW-Adressen.
Während mit Hilfe des Internets das Problem des schnellen und effektiven Zugriffs auf Informationen für die gesamte Öffentlichkeit endlich gelöst ist, wird der 'content', also der qualitätskontrollierte Inhalt, abgebaut, und das in einem der wichtigsten volkswirtschaftlichen Gebiete (1999 haben allein die Krankenkassen in Deutschland 241 Milliarden für die medizinische Versorgung ausgegeben). Insofern sind wir zwar sicher, dass in naher Zukunft von Verlagen, Hochschulen, Instituten und Fachleuten der Ruf nach einem zentralen Nachweissystem wie unserem wieder laut wird, im Moment bleibt uns aber nur die negative Feststellung, dass niemand bereit ist, es zu finanzieren.
Die Universitätsbibliothek der TU Berlin, die sich während der gesamten Laufzeit personell und finanziell bemerkenswert für die Arbeit engagiert hat, bemüht sich im Rahmen ihrer Informationsaufgaben nun darum, zumindest die erarbeiteten Produkte noch anzubieten und betroffene Kunden auf Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen.
